Ziele des Projektes

Energieversorgung

Die Sicherstellung der Energieversorgung ist eines der Hauptziele des Projektes. Eine bessere Energieversorgung schafft die Grundlage für die Gründung kleinerer Handwerksbetriebe oder Unternehmen, fördert Lehre und Ausbildung, auch nach Sonnenuntergang.
Leicht verderbliche Güter wie Obst und Gemüse können in Kühlhäusern für den Export haltbar gelagert werden.

Trinkwasser

Aus der Zusammenarbeit mit Architekturstudenten der Fachhochschule Heidelberg ist ein Projekt zur Trinkwasseraufbereitung entstanden.

Medizinischen Versorgung

Aus der Zusammenarbeit mit Architekturstudenten der Fachhochschule Heidelberg, dem Verein ASASE e.V. und lokalen Handwerkern in Sampa ist im Frühjahr 2005 die Planung einer Gesundheitsstation im traditionellen Lehmbaustil entstanden.
Die Gesundheitsstation wurde nach diesen Plänen errichtet und ist im August 2007 mit einem grandiosen Fest eröffnet worden. Die Bürger von Sampa sind sehr stolz auf diese Errungenschaft, denn neben den Handwerkerteams haben sich viele Bürger aus Eigeninitiative am Bau der Krankenstation mitbeteiligt.
Die Errichtung der Krankenstation hat im Dorf Sampa auf unterschiedlichen Ebenen viele Lernprozesse in Gang gesetzt.
So hat sich beispielsweise der Organisationsgrad der Bürger insgesamt verbessert und die Kompetenzen des Entwicklungskommitees wurden ausgeweitet.
Die Gesundheitsbehörde erwies sich als kooperativer Partner und stellt seit August 2008 zwei Krankenschwestern auf Staatskosten zur Verfügung. Dadurch können auch Patienten aus den vier umliegenden Dörfern mitbehandelt werden.
Die wichtigste Herausforderung liegt im Moment darin, die Krankenstation kompetent zu leiten. Das erfordert vor Ort viele Lernprozesse und damit auch viel betriebswirtschaftliche Beratung und Betreuung von Seiten des Vereins.

Eine weitere Aufgabe liegt in der Errichtung einer eigenen, umweltfreundlichen Energieanlage ( Solaranlage und/oder Biogasanlage), um von der unzuverlässigen staatlichen Stromversorgung unabhängiger zu sein.


Handwerkliche Ausbildung

Es sollen Werkstätten entstehen, um Grundbedürfnisse im Dorf selbst decken zu können und nicht von der entfernten Stadt abhängig zu sein. Für die Einrichtung von Werkstätten ist die Beschaffung von Werkzeugen am vordringlichsten. Dank einer erfolgreichen Sammlung konnte im Frühjahr 2004 eine Ausbildungsnähwerkstatt mit 10 Nähmaschinen, an denen im Moment mehr als 15 Auszubildende lernen, eingerichtet werden.
Die Nachfrage nach Unterricht ist so groß, dass wir noch dringend weitere Nähmaschinen benötigen, um das Angebot an Ausbildungsplätzen erweitern zu können.
Die Nähwerkstatt ist bislang eine Erfolgsgeschichte: 3 ausgebildete SchneiderInnen, alle aus Sampa, konnten für die Ausbildung der jungen Leute gewonnen werden. Sie haben dafür ihren Arbeitsplatz in der Stadt aufgegeben und sind nach Sampa zurückgekehrt, um dort Nähunterricht zu erteilen und die Ausbildungswerkstatt mitaufzubauen.
Mit einer kleinen Anschubfinanzierung ist es der Nähwerkstatt gelungen, einen ersten Gewinn zu erwirtschaften, mit dem neues Material (z.B. Stoff, Garne, Scheren, Papier) und Lehrerhonorare gezahlt werden konnten.
Mittlerweile wird der erwirtschaftete Gewinn vierteljährlich dreigeteilt: ein Drittel wird als Lehrergehalt ausgezahlt, ein Drittel für den Materialeinkauf verwendet und ein Drittel als Rücklage angelegt.

Frauenprojekt in der Landwirtschaft

Vor einigen Monaten haben sich 85 Frauen zu einer Kooperative zusammengeschlossen.
Für den Anbau von Pfeffer und Ananas wurde ihnen Land von der Gemeinde zu Verfügung gestellt.
Um auch außerhalb der Regenzeit gute Ernten erzielen zu können, suchen wir Sponsoren für Wasserpumpen, um aus dem nahe gelegenen Bach Wasser auf die Felder zu pumpen.


Biogasanlage

Die Installation einer Biogasanlage ist eine konkrete Möglichkeit, unabhängig von privaten und staatlichen Energieversorgungsunternehmen für das Dorf Energie bereitzustellen und damit langfristig Armut zu begrenzen.
Die Förderung regenerativer Energieträger als Beitrag zum Klimaschutz ist dabei ein weiteres Projektziel. Biogas entsteht beim Abbau von organischen Reststoffen (Biomüll, Schlachtabfälle, häusliche Abfälle ...) unter Sauerstoffabschluss in einer Biogasanlage.
Bei diesem Abbauprozess, den man auch 'anaerobe Vergärung' nennt, entsteht ein Gasgemisch aus Methan (ca. 65% ) und Kohlendioxid (ca. 35% ), das in Strom umgewandelt werden kann, als Treibstoff für Motoren zum Antrieb von Fahrzeugen genutzt oder in ein Gasnetz eingespeist werden kann.
Weitere ökologische Vorteile sind von Bedeutung: Bei der Gewinnung von Biogas entsteht Naturdünger, der landwirtschaftlich genutzt werden kann und umweltschädigende chemische Dünger ersetzt. Ein Nebeneffekt der Versorgung der Haushalte mit Strom ist die Reduzierung des Brennholzverbrauchs und damit die Erhaltung des Baumbestands. Die Biogasanlage ist von der Kommune nicht finanzierbar, sie ist deshalb von der Hilfe ausländischer Investoren abhängig. Hierfür kommen private und öffentliche Projektträger in Betracht.